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Klimaservice

Warum kühlt die Klimaanlage nicht mehr richtig?

Meist ist es kein Defekt, sondern Schwund: Eine Klimaanlage verliert jedes Jahr Kältemittel, auch wenn sie dicht ist. Fünf Ursachen und wie man sie unterscheidet.

3 Minuten Lesezeit

Wenn eine Klimaanlage im dritten Sommer schwächer kühlt als im ersten, ist das meist kein Defekt. Es ist der normale Verlauf – und trotzdem ein Grund, etwas zu tun.

Der Normalfall: Kältemittelschwund

Eine Fahrzeugklimaanlage ist kein hermetisch geschlossenes System. Sie enthält Schläuche, Verschraubungen und eine Wellendichtung am Kompressor, die sich mit der Motordrehzahl dreht. An all diesen Stellen entweicht mit der Zeit Kältemittel – in kleinsten Mengen, aber stetig.

Als Größenordnung gelten einige Prozent der Füllmenge pro Jahr. Nach mehreren Jahren fehlt genug, dass die Kühlleistung spürbar nachlässt.

Das ist kein Mangel, sondern Bauart. Deshalb sehen Hersteller einen regelmäßigen Klimaservice vor – in einem festen Zeitabstand, unabhängig von der Laufleistung.

Ein zu niedriger Füllstand ist nicht nur eine Komfortfrage. Das Kältemittel transportiert das Schmieröl des Kompressors. Läuft die Anlage mit zu wenig Füllung, bekommt der Kompressor zu wenig Öl. Und ein Kompressorschaden ist die teuerste Art, einen Klimaservice zu sparen.

Deshalb ist die verbreitete Haltung „solange es noch etwas kühlt, lasse ich es" die falsche. Der Schaden entsteht genau in dieser Phase.

Vier weitere Ursachen

Verschmutzter Kondensator

Der Kondensator sitzt vorn im Fahrzeug, direkt vor oder neben dem Kühler. Er gibt die Wärme an die vorbeiströmende Luft ab.

Nach ein paar Jahren steckt dort alles, was die Straße hergibt: Insekten, Laub, Pollen, Streusalzrückstände. Ist er zugesetzt, kann er die Wärme nicht mehr loswerden – und dann kühlt es schlecht, obwohl die Anlage voll ist.

Typisches Erkennungsmerkmal: Im Stand und im Stau kühlt es deutlich schlechter als bei Fahrt. Bei Fahrt drückt der Fahrtwind Luft durch, im Stand muss der Lüfter das allein schaffen.

Zugesetzter Innenraumfilter

Der Innenraumfilter reinigt die Luft, bevor sie in den Innenraum gelangt. Ist er zugesetzt, kommt schlicht weniger Luft an.

Erkennbar daran, dass das Gebläse laut ist, aber wenig herauskommt. Der Filter ist ein Verschleißteil und gehört zur regelmäßigen Wartung.

Defekter Lüfter

Steht das Fahrzeug und der Lüfter läuft nicht, staut sich die Wärme am Kondensator. Auch hier: schlechte Kühlung im Stand, bessere bei Fahrt.

Undichtigkeit

Wenn die Anlage kurz nach einem Klimaservice wieder nachlässt, ist es keine normale Alterung, sondern ein Leck. Häufige Stellen sind die Wellendichtung am Kompressor, Schlauchverbindungen und der Kondensator selbst – der sitzt vorn und bekommt Steinschläge ab.

Aufgespürt werden solche Lecks mit Kontrastmittel oder elektronischen Suchgeräten. Blindes Nachfüllen bringt hier nichts: Es entweicht wieder.

So grenzen Sie es selbst ein

Drei Beobachtungen helfen bei der Einordnung:

  1. Kühlt es bei Fahrt besser als im Stand? → Verdacht auf Kondensator oder Lüfter.
  2. Ist der Luftstrom schwach, obwohl das Gebläse laut ist? → Verdacht auf Innenraumfilter.
  3. Kühlt es überall gleichmäßig schwächer, bei Fahrt wie im Stand? → Verdacht auf Kältemittelmangel.

Und eine Frage: Wann war der letzte Klimaservice? Wenn die Antwort „weiß ich nicht" lautet, ist das bereits ein Befund.

Was bei einem Klimaservice passiert

Es ist mehr als Nachfüllen:

  1. Absaugen des vorhandenen Kältemittels – es wird aufgefangen, nicht abgelassen. Die Menge wird gemessen; daraus ergibt sich, wie viel gefehlt hat.
  2. Dichtheitsprüfung. Das System wird evakuiert und muss das Vakuum halten. Fällt der Druck, ist irgendwo ein Leck.
  3. Trockner erneuern, sofern vorgesehen. Er bindet Feuchtigkeit im System; Wasser im Kältekreislauf bildet mit dem Kältemittel Säuren, die von innen angreifen.
  4. Befüllen mit der vorgeschriebenen Menge Kältemittel und Kompressoröl. Die Menge steht auf einem Aufkleber im Motorraum.
  5. Funktionsprüfung – Drücke, Temperaturen, Schaltverhalten.

Zwei Kältemittel

Ältere Fahrzeuge verwenden R134a, neuere R1234yf. Die beiden sind nicht austauschbar, und die Anlagen haben unterschiedliche Anschlüsse.

Welches Ihr Fahrzeug hat, steht auf dem Aufkleber im Motorraum. Es ist gut, das vor einem Termin zu wissen – nicht jeder Betrieb kann beides.

Was Sie selbst tun können

Die Klimaanlage auch im Winter laufen lassen. Einmal im Monat für einige Minuten. Der Kompressor braucht die Umwälzung, damit seine Wellendichtung geschmiert bleibt. Eine Anlage, die von Oktober bis Mai steht, verliert schneller Kältemittel als eine, die läuft.

Nebeneffekt: Die Klimaanlage trocknet die Luft. Beschlagene Scheiben im Winter gehen damit deutlich schneller weg.

Vor dem Abstellen die Kühlung ausschalten, das Gebläse aber noch ein bis zwei Minuten laufen lassen. Das trocknet den Verdampfer – die häufigste Ursache für Geruchsbildung.

Was zum Klimaservice gehört, steht auf der Leistungsseite. Warum eine Klimaanlage unangenehm riecht, erklärt der Beitrag Warum riecht die Klimaanlage unangenehm?.

Termin anfragen oder anrufen: 02371 9407860.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Klimaanlage gewartet werden?

Die meisten Fahrzeughersteller sehen einen Klimaservice in einem festen Zeitabstand vor, unabhängig von der Laufleistung. Der genaue Abstand steht in der Bedienungsanleitung des Fahrzeugs.

Kann man Kältemittel einfach nachfüllen?

Ein Klimaservice ist mehr als Nachfüllen: Das alte Kältemittel wird abgesaugt, das System auf Dichtheit geprüft, evakuiert und mit der vorgeschriebenen Menge samt Kompressoröl neu befüllt. Blindes Nachfüllen ohne Dichtheitsprüfung behebt die Ursache nicht.

Themen:kaeltemittelklimaservicewartung

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