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Scheibentönung

Welche Vorteile bietet eine Scheibentönung?

Hitzeschutz, UV-Schutz, Blendschutz, Sichtschutz und Splitterbindung – fünf Wirkungen, von denen vier nichts mit der Optik zu tun haben.

4 Minuten Lesezeit

Scheibentönung gilt vielen als reine Optik. Das ist der Grund, warum sie oft falsch gekauft wird – nach Dunkelheit statt nach Wirkung. Tatsächlich hat eine Tönung fünf Wirkungen, und nur eine davon sieht man auf den ersten Blick.

1. Hitzeschutz

Sonnenlicht besteht zu einem erheblichen Teil aus Infrarotstrahlung. Sie ist unsichtbar und trägt den Großteil der Wärme, die einen abgestellten Wagen im Sommer auf über sechzig Grad bringt.

Hier liegt das größte Missverständnis der Branche: Dunkel und wärmeabweisend sind nicht dasselbe. Eine tiefschwarze, einfache Folie kann weniger Infrarot zurückhalten als eine deutlich hellere Folie mit Metall- oder Keramikbeschichtung. Wer Hitzeschutz will, fragt nach der Infrarotabweisung – nicht nach dem Tönungsgrad.

Wer den Unterschied merken will: Der Lenkradbezug und die Sitze eines dunklen Fahrzeugs im Hochsommer sind der ehrlichste Test.

2. UV-Schutz

Autoglas hält von sich aus einen Teil der UV-Strahlung zurück – Verbundglas wie die Windschutzscheibe deutlich mehr als das einfache Sicherheitsglas der Seitenscheiben.

Qualitätsfolien blockieren nahezu die gesamte UV-Strahlung. Das ist zweimal relevant:

Für die Insassen. Wer beruflich viel fährt, bekommt über Jahre erhebliche Strahlungsmengen an der Fahrerseite ab. Es gibt Aufnahmen von Berufskraftfahrern, bei denen die linke Gesichtshälfte sichtbar stärker gealtert ist als die rechte.

Für den Innenraum. UV-Strahlung bleicht Stoffe aus, macht Kunststoffe spröde und lässt Leder reißen. Das Armaturenbrett eines zehn Jahre alten Fahrzeugs erzählt, wie viel Sonne es abbekommen hat.

3. Blendschutz

Tiefstehende Sonne im Herbst, nasse Fahrbahn, entgegenkommende Scheinwerfer: Eine Tönung der hinteren Scheiben nimmt der Blendung durch nachfolgende Fahrzeuge im Rück- und Außenspiegel die Spitze.

An den vorderen Scheiben und der Windschutzscheibe ist das rechtlich eng begrenzt – aus gutem Grund. Dazu unten mehr.

4. Sichtschutz

Was im Kofferraum oder auf der Rückbank liegt, sieht von außen niemand mehr. Das ist der praktische Punkt für alle, die Werkzeug, Musikinstrumente, Kinderwagen oder Einkäufe im Fahrzeug lassen müssen.

Wichtig zu wissen: Sichtschutz wirkt von hell nach dunkel. Tagsüber sieht man von außen wenig hinein. Nachts, wenn die Innenbeleuchtung an ist, kehrt sich das um.

5. Splitterbindung

Der am seltensten genannte und im Ernstfall wichtigste Punkt. Die Seitenscheiben der meisten Fahrzeuge bestehen aus Einscheiben-Sicherheitsglas: Es zerfällt bei Bruch in stumpfe Krümel statt in Scherben.

Eine aufgebrachte Folie hält diese Krümel weitgehend zusammen. Bei einem Unfall bleibt die Scheibe eher als Verbund im Rahmen, statt in den Innenraum zu fallen.

Eine Folie ist kein Einbruchschutz und wird auch nicht als solcher verkauft. Sie erschwert das Durchgreifen nach dem Einschlag – mehr nicht.

Was rechtlich gilt

Hier wird es konkret, und hier scheitern die meisten Selbstversuche.

Windschutzscheibe und vordere Seitenscheiben unterliegen einer Mindestlichtdurchlässigkeit von 70 Prozent. Das ist wenig Spielraum – die Scheiben selbst liegen ab Werk oft schon nahe an diesem Wert. Praktisch heißt das: Vorne ist eine nachträgliche Tönung nur sehr eingeschränkt möglich.

Hintere Seitenscheiben und Heckscheibe dürfen frei getönt werden, sofern das Fahrzeug zwei Außenspiegel hat. Nahezu jedes moderne Fahrzeug erfüllt das.

Die Folie braucht eine Genehmigung. Verwendet werden dürfen nur Folien mit einer allgemeinen Bauartgenehmigung (ABG) beziehungsweise einem entsprechenden Prüfzeichen. Der zugehörige Nachweis gehört ins Fahrzeug – bei einer Kontrolle oder der Hauptuntersuchung wird danach gefragt.

Wer ohne diesen Nachweis tönt, riskiert eine Beanstandung bei der Hauptuntersuchung und im ungünstigen Fall das Erlöschen der Betriebserlaubnis. Dann ist auch der Versicherungsschutz ein Thema.

Folie oder getöntes Glas?

Beides gibt es.

Ab Werk getöntes Glas ist durchgefärbt. Es kann nicht abblättern und nicht verkratzen, ist aber beim Kauf des Fahrzeugs zu entscheiden – und in der Wärmewirkung nicht automatisch besser als eine gute Folie.

Nachträgliche Folie wird von innen auf die Scheibe aufgebracht. Sie lässt sich nachrüsten und in der Wirkung gezielt wählen. Qualität und Verarbeitung entscheiden über das Ergebnis: Billigfolien werfen nach zwei Sommern Blasen, verfärben sich ins Violette oder lösen sich an den Rändern.

Worauf Sie bei der Anfrage achten sollten

  • Welche Scheiben sollen getönt werden? Nur hinten ist der Normalfall.
  • Welches Ziel steht im Vordergrund – Hitze, Blendung oder Sicht? Danach richtet sich die Folie, nicht nach dem Farbton.
  • Heckscheibenheizung. Die Heizdrähte liegen innen auf der Scheibe. Eine Folie wird darüber gelegt; sauberes Arbeiten ist hier entscheidend.
  • Der Nachweis. Lassen Sie sich die Unterlagen zur verwendeten Folie geben und legen Sie sie zu den Fahrzeugpapieren.

Was wir bei der Scheibentönung übernehmen, steht auf der Leistungsseite. Für eine Einschätzung genügt eine Anfrage oder ein Anruf unter 02371 9407860.

Häufige Fragen

Wird das Auto durch eine Tönung spürbar kühler?

Der Innenraum heizt sich langsamer auf, weil ein Teil der Sonnenenergie draußen bleibt. Wie groß der Effekt ist, hängt stark von der verwendeten Folie ab: Entscheidend ist nicht, wie dunkel sie aussieht, sondern wie viel Infrarotstrahlung sie zurückhält.

Themen:scheibentoenung

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